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Fahrerkarte auslesen: die Fristen von 28 und 90 Tagen im Überblick

28.05.2026 · aktualisiert am 03.10.2026

Fahrerkarte auslesen: die Fristen von 28 und 90 Tagen im Überblick

Fahrerkarten alle 28 Tage, Fahrzeugdaten alle 90 Tage: Wer die Auslese-Fristen versäumt, riskiert Bußgelder. So behalten Sie sie im Griff.

Kurz gesagt: Die Fahrerkarte muss spätestens alle 28 Kalendertage ausgelesen werden, der Massenspeicher des Fahrtenschreibers spätestens alle 90 Tage (§ 2 Abs. 5 FPersV). Die ausgelesenen Originaldateien bewahrt der Betrieb mindestens ein Jahr auf (Art. 10 Abs. 5 lit. a ii VO (EG) 561/2006).

Die Fristen nach § 2 FPersV

Die deutsche Fahrpersonalverordnung verpflichtet Unternehmen, die Daten der Fahrerkarten spätestens alle 28 Kalendertage und die Daten aus dem Massenspeicher der Fahrzeugeinheit spätestens alle 90 Tage nach Aufzeichnung eines Ereignisses auszulesen und im Betrieb zu speichern. Beides sind Kalenderfristen: Sie laufen auch dann weiter, wenn das Fahrzeug im Hof steht oder der Fahrer im Urlaub ist.

Wie die Daten ausgelesen werden

Den Massenspeicher liest der Betrieb am Fahrtenschreiber im Fahrzeug aus, mit seiner Unternehmenskarte. Die Fahrerkarte lässt sich außerdem mit einem Kartenleser am Rechner oder Smartphone auslesen. Heraus kommt jeweils eine DDD-Datei – das EU-weit genormte, digital signierte Format, das jede Auswertungssoftware lesen kann. Manche Telematiksysteme holen diese Dateien auch per Fernabruf aus dem Fahrzeug.

Sicherheitskopie gleich mit anlegen

Von allen ausgelesenen Daten ist unverzüglich eine Sicherheitskopie auf einem gesonderten Datenträger zu erstellen. Eine zweite Kopie auf demselben Rechner ist keine Sicherung – fällt er aus, sind beide weg.

Aufbewahren und vorlegen

Die heruntergeladenen Originaldateien sind mindestens ein Jahr aufzubewahren (Art. 10 Abs. 5 lit. a ii VO (EG) 561/2006) und der zuständigen Behörde – etwa dem Bundesamt für Logistik und Mobilität (BALM, früher BAG) – auf Verlangen vorzulegen, unmittelbar, per Datenfernübertragung oder auf einem Datenträger. Die digitale Signatur der Dateien muss dabei unverändert erhalten bleiben.

Ausdrucke und Arbeitszeitnachweise

Ausdrucke aus dem Fahrtenschreiber sind ein Jahr aufzubewahren und danach bis zum 31. März des Folgejahres zu vernichten (§ 2 Abs. 4 FPersV), soweit keine andere Aufbewahrungspflicht besteht. Länger gilt die Frist für die Arbeitszeit: Aufzeichnungen nach § 21a Abs. 7 ArbZG sind mindestens zwei Jahre aufzubewahren.

Wenn eine Frist verstreicht

Ein Fristversäumnis ist eine eigenständige Ordnungswidrigkeit – ohne dass ein Fahrer irgendetwas falsch gemacht haben muss. Dazu kommt: Eine Lücke in der Downloadhistorie ist für die Behörde nicht von einer verschwiegenen Fahrt zu unterscheiden. Für Tage, an denen ein Fahrer nachweislich nicht gefahren ist, etwa wegen Urlaub oder Krankheit, gibt es deshalb die EU-Tätigkeitsbescheinigung.

Automatisch statt manuell

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