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Häufige Fragen zu Tachograph, Fahrerkarte und Lenkzeiten

Kurze Antworten für Unternehmen mit fahrtenschreiberpflichtigen Fahrzeugen – vom Auslesen der Fahrerkarte bis zur Kontrolle. Ausführlicher steht es jeweils im verlinkten Ratgeber-Beitrag.

Fahrerkarte und DDD-Datei

Was ist eine DDD-Datei?

Eine DDD-Datei ist die Datei, die beim Auslesen eines digitalen Tachographen entsteht – entweder aus der Fahrerkarte oder aus dem Massenspeicher des Fahrzeugs. Das Format ist EU-weit genormt (VO (EU) 165/2014) und digital signiert; deshalb lässt sich jede Datei unabhängig vom Gerätehersteller oder Portal auswerten. Sie enthält unter anderem die Aktivitäten Lenken, Arbeit, Bereitschaft und Ruhe.

Je nach Auslesegerät tragen die Dateien auch andere Endungen; TachoDash nimmt .ddd, .tgd, .v1b, .v2b, .c1b, .c2b und .dtg an.

Wo beantrage ich eine Fahrerkarte?

Bei der nach Landesrecht zuständigen Behörde oder Stelle an Ihrem Wohnort (§ 4 Abs. 2 FPersV); welche das ist, steht im Anschriftenverzeichnis der Ausgabestellen des Kraftfahrt-Bundesamts. Sie brauchen Ihre Fahrerlaubnis, einen Nachweis über den Wohnsitz in Deutschland, einen Identitätsnachweis und ein biometrisches Passfoto. Die Gebühr richtet sich nach den Regelungen des Landes – den Betrag nennt die zuständige Stelle.

Mehr dazu: Fahrerkarte beantragen und verlängern

Wie lange gilt die Fahrerkarte, und wann muss ich sie verlängern?

Sie gilt fünf Jahre (§ 5 Abs. 5 FPersV). Die Verlängerung beantragen Sie frühestens sechs Monate und spätestens 15 Werktage vor Ablauf; die neue Karte gilt ab dem Tag nach dem Ablauf der alten. Die abgelaufene Karte müssen Sie laut Kraftfahrt-Bundesamt noch mindestens 56 Kalendertage im Fahrzeug mitführen.

Mehr dazu: Fahrerkarte beantragen und verlängern

Was tun, wenn die Fahrerkarte verloren geht oder defekt ist?

Den Ersatz innerhalb von sieben Kalendertagen beantragen (Art. 29 VO (EU) 165/2014) – bei Diebstahl mit polizeilicher Anzeige, bei Verlust mit einer schriftlichen Erklärung, auf Verlangen auch einer Versicherung an Eides statt. Ohne Karte darf der Fahrer höchstens 15 Kalendertage weiterfahren und muss für diese Zeit Ausdrucke aus dem Fahrtenschreiber erstellen.

Mehr dazu: Fahrerkarte beantragen und verlängern

Brauche ich bei einem neuen Führerschein eine neue Fahrerkarte?

In Deutschland nicht: Die Führerscheinnummer auf der Fahrerkarte muss nicht mit der auf dem Führerschein übereinstimmen. Wer grenzüberschreitend fährt, sollte klären, ob ein anderer Staat das verlangt; dann kann eine neue Karte beantragt werden.

Mehr dazu: Fahrerkarte beantragen und verlängern

Auslesen und Aufbewahren

Wie oft muss die Fahrerkarte ausgelesen werden?

Spätestens alle 28 Kalendertage; der Massenspeicher des Fahrtenschreibers spätestens alle 90 Tage (§ 2 Abs. 5 FPersV). Beides sind Kalenderfristen, die auch dann weiterlaufen, wenn das Fahrzeug steht. Ein Fristversäumnis ist eine eigenständige Ordnungswidrigkeit.

Mehr dazu: Fahrerkarte auslesen: die Fristen von 28 und 90 Tagen im Überblick

Wie lange müssen Tachographendaten aufbewahrt werden?

Mindestens ein Jahr (Art. 33 Abs. 2 VO (EU) 165/2014), dazu unverzüglich eine Sicherheitskopie auf einem gesonderten Datenträger. Ausdrucke sind ein Jahr aufzubewahren und danach bis zum 31. März des Folgejahres zu vernichten (§ 2 Abs. 4 FPersV), soweit keine andere Aufbewahrungspflicht besteht. Arbeitszeitaufzeichnungen nach § 21a Abs. 7 ArbZG gelten zwei Jahre.

Mehr dazu: Fahrerkarte auslesen: die Fristen von 28 und 90 Tagen im Überblick

Was gilt für Tage ohne Aufzeichnung auf der Fahrerkarte?

Sie brauchen einen Nachweis, warum der Fahrer nicht gefahren ist – etwa Urlaub oder Krankheit. Dafür gibt es das amtliche EU-Formblatt, die Tätigkeitsbescheinigung. Eine unerklärte Lücke ist für die Behörde nicht von einer verschwiegenen Fahrt zu unterscheiden.

Mehr dazu: Behörden-Kontrolle beim Tachograph: Was BALM und Polizei prüfen

Lenk- und Ruhezeiten (Lkw)

Wie lange darf ein Berufskraftfahrer am Tag fahren?

Höchstens 9 Stunden, zweimal pro Woche bis zu 10 Stunden (VO (EG) 561/2006). In der Kalenderwoche sind höchstens 56 Stunden erlaubt, in zwei aufeinanderfolgenden Wochen höchstens 90 Stunden.

Mehr dazu: Lenk- und Ruhezeiten (Lkw) einfach erklärt

Wann muss ein Fahrer eine Pause machen?

Nach spätestens 4,5 Stunden Lenkzeit für mindestens 45 Minuten. Die Pause darf geteilt werden, aber nur in der Reihenfolge 15 und danach 30 Minuten. Be- und Entladen zählt nicht als Pause.

Mehr dazu: Lenk- und Ruhezeiten (Lkw) einfach erklärt

Wie lang muss die tägliche Ruhezeit sein?

Mindestens 11 Stunden am Stück. Höchstens dreimal zwischen zwei Wochenruhezeiten darf sie auf 9 Stunden verkürzt werden; geteilt ist sie nur als 3 und danach 9 Stunden zulässig. Die regelmäßige wöchentliche Ruhezeit beträgt mindestens 45 Stunden.

Mehr dazu: Lenk- und Ruhezeiten (Lkw) einfach erklärt

Wie viele Stunden darf ein Fahrer pro Woche arbeiten?

Nach § 21a ArbZG höchstens 60 Stunden je Woche und im Durchschnitt 48 Stunden über 16 Wochen. Arbeitszeit ist Lenken plus andere Arbeit; Bereitschaft zählt nicht mit. Das ist eine eigene Prüfung neben den Lenkzeiten – zuständig ist die Gewerbeaufsicht.

Mehr dazu: Lenk- und Ruhezeiten (Lkw) einfach erklärt

Kontrolle und Bußgeld

Wer kontrolliert Lenk- und Ruhezeiten?

Unterwegs die Polizei und vor allem das Bundesamt für Logistik und Mobilität (BALM, bis Ende 2022 Bundesamt für Güterverkehr, BAG); im Unternehmen führt das BALM Betriebskontrollen durch, oft mit Ankündigung. Dabei wird die Archivierung des ganzen Fuhrparks über einen längeren Zeitraum geprüft.

Mehr dazu: Behörden-Kontrolle beim Tachograph: Was BALM und Polizei prüfen

Welche Daten muss der Fahrer bei einer Kontrolle vorlegen?

Die Fahrerkarte und die Aufzeichnungen des Kontrolltags und der vorausgehenden Tage. Seit dem 31. Dezember 2024 sind das bei Fahrzeugen über 3,5 t 56 Kalendertage statt zuvor 28.

Mehr dazu: Behörden-Kontrolle beim Tachograph: Was BALM und Polizei prüfen

Was kostet ein Verstoß gegen die Lenkzeit?

Für den Fahrer beginnt der Regelsatz bei 30,00 € und liegt in der schweren Kategorie bei rund 60,00 € je angefangene halbe Stunde. Das Unternehmen zahlt beim selben Verstoß in der Regel etwa den dreifachen Satz. Der gesetzliche Rahmen nach §§ 8 und 8a FPersG reicht bis 30.000 €.

Mehr dazu: Was Verstöße gegen Lenk- und Ruhezeiten kosten – für Fahrer und Unternehmen

Transporter

Brauchen Transporter einen Fahrtenschreiber?

Ja, seit dem 1. Juli 2026, wenn die zulässige Höchstmasse einschließlich Anhänger 2,5 t übersteigt und das Fahrzeug gewerblich im grenzüberschreitenden Güterverkehr oder in der Kabotage fährt. Vorgeschrieben ist der intelligente Fahrtenschreiber der zweiten Generation (G2V2); es gelten dieselben Lenk- und Ruhezeiten wie beim Lkw.

Fährt das Fahrzeug nur im Inland, greift diese EU-Regel nicht. Über 2,8 t gelten dann aber die Lenk- und Ruhezeiten nach § 1 Abs. 1 Nr. 1 FPersV, samt Aufzeichnung – auch ohne Fahrtenschreiber.

Mehr dazu: Tachograph-Pflicht für Transporter: seit 1. Juli 2026 in Kraft

Zählt der Anhänger beim Transporter mit?

Ja. Maßgeblich ist die zulässige Höchstmasse der Kombination aus Fahrzeug und Anhänger laut Fahrzeugschein, nicht die tatsächliche Ladung. Ein Transporter mit 2,4 t und ein 750-kg-Anhänger kommen zusammen auf 3,15 t und sind pflichtig – auch auf der Leerfahrt.

Mehr dazu: Tachograph-Pflicht für Transporter: seit 1. Juli 2026 in Kraft

TachoDash

Wie werte ich eine DDD-Datei aus?

Ohne Konto mit dem DDD-Schnellcheck: Datei hochladen, die Vorschau ist kostenlos, der vollständige PDF-Report mit Lenk- und Ruhezeiten, Verstößen und Arbeitszeit kostet ab 0,50 € netto je Datei. Die Datei wird nach 48 Stunden automatisch gelöscht.

Für einen ganzen Fuhrpark überwacht TachoDash im Abo Fristen, Verstöße und Nachweise fortlaufend; die Dateien kommen per Upload im Browser oder per E-Mail.

Was kostet TachoDash?

Starter (bis 5 Fahrzeuge) kostet 39,00 € netto im Monat, Professional (bis 20 Fahrzeuge) 99,00 €; Enterprise (ab 21 Fahrzeuge) gibt es auf Anfrage. Bei jährlicher Zahlung sind 2 Monate gratis, die ersten 30 Tage sind kostenlos und ohne Kreditkarte. Alle Tarife

Stand: Oktober 2026. Angaben zu Paragraphen und Fristen dienen der Orientierung und ersetzen keine Rechtsberatung im Einzelfall; maßgeblich sind die geltenden Gesetze in ihrer aktuellen Fassung.

Fristen und Verstöße automatisch im Blick

TachoDash liest aus, wertet aus und archiviert – oder prüfen Sie eine einzelne Datei ohne Konto.

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